Einsteigen

Das ist ja wohl nicht der beste Moment einzusteigen hier, so Sophie, als wir an einer Gruppe grölender und bunt verkleideter Menschen vorbeikommen. Sie stehen in der Nachmittagssonne auf der Straße, zapfen Bier aus einem Fässchen, das sie auf einem kleinen Tisch aufgebaut haben. Einige sind als Schaf verkleidet. Den weißen Pelz haben sie schon halb ausgezogen, die Maske auf die Haare geschoben. Die Ohren hängen schlaff runter, das Schwänzchen auch. Eine Kehrmaschine kommt angefahren, die bunten Luftschlangen und das Konfetti werden weggefegt. Die Schafspersonen gehen einige Schritte beiseite, lassen die Kehrmaschine durch, prosten sie brüllend vor Lachen zu.

Haben wir einen Zug verpasst? so frage ich eine Frau in Wolfspelz. Sie sieht mich an. Hier gibt es keinen Zug, nur Party, schüttelt sie den Kopf, gibt mir einen kleinen Pappbecher und schenkt mir ein. Ich trinke, es schmeckt süß und nach Birne, ich gehe weiter, zum Dorfladen. Richtig, nicht der beste Moment, einzusteigen. Dabei wohne ich doch im Rheinland, ich sollte eigentlich wissen, wie es geht. Die Schafe lachen, werfen erneut mit Luftschlangen um sich und lassen das Bier laufen. Ein Clown gesellt sich dazu, er singt ein schiefes Lied.

Zwischen den Häusern glitzert ruhig und besonnen der Vierwaldstättersee.

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