die Ringe des Jahres

Bäume scheinen im Winter ein Eigenleben zu führen, es sieht so aus, als würden sie den Himmel tragen. Im Sommer, wenn alles blüht und voller Leben ist, fallen sie gar nicht so auf, sie stehen wie Dekoration in der Landschaft. Der Himmel wölbt sich hoch, weit weg von den Kronen. Aber im Winter ist es anders. Die Gräser und Blumen verschwinden, die Sträucher sind klein und mickrig. Die Wolken hängen tief und schwer über die stille, kahle Landschaft. Die 120 Schwäne sind ins Winterquartier gekommen, das war dieses Jahr am 19.11.

Im Spätherbst ist es anders, jetzt sieht man erst, was Bäume eigentlich sind.

Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Erde.

Sie führen Tagebuch. Sie schreiben genau auf, wie es ihnen geht. Im Sommer, wenn sie gut wachsen, sind die Holzzellen groß und hell, im Winter sind sie klein und kompakt und daher auch dunkler, man kann die Jahrringe sehen. War es ein langer, kalter Winter, ein kurzer Sommer, gab es genug Zeit zu wachsen? Die Dendrologie ist die Gehölzkunde. Jemand, der sich damit auskennt, ist ein Dendrologe.

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Ein gutes Jahr

Ich sitze in der Regionalbahn Richtung Köln, hoffe, dass ich den Anschluss nach Hamburg bekomme. Morgen halte ich an der Uni einen Vortrag über die Tätigkeit als Stadtschreiberin. Frau Prof. Dr. Gutjahr hat mich eingeladen. Heimlich hoffe ich, dass die Frau Professorin ihren Namen schon als Mädchen hatte, er ist perfekt. Aber ich würde es auch verstehen, wenn sie ihn später erworben hat, das würde ich auch tun. Gutjahr.

Ich sitze in der Bahn Richtung Hamburg, die Landschaft ist schon viel flacher hier. Bei mir im Abteil sitzen 2 junge Frauen, die eine ist Gladbach-Fan mit Tätowierungen auf den Unterarmen und die andere hat einen Mops dabei. Man sollte nicht glauben, die Hündin kriege schwer Luft, auch wenn die Nase so eingedrückt scheint, so Frauchen. Sie ist topfit, nimmt sogar immer wieder mal am Mops-Rennen in Köln teil. Die Strecke ist 50 Meter, die Möpse rasen nur so dahin, es scheint ihnen richtig Freude zu machen. Keine Spur von Atemproblemen oder zu kurzen Beinen.

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Langweilen Sie sich. Jetzt!

Waterloo. Sonntag, dem 18. Juni 1815.

Wissen sie, was Waterloo heißt? Water ist Wasser, Loo ist ein Name für Wald, und zwar für einen Laubwald, in dem die Menschen gut leben können, weil es dort Lichtungen für Vieh gibt.

Es gab die große Schlacht bei Waterloo.

Napoleon war gerade 100 Tage wieder von der Insel Elba zurück. Er hatte Elba nach dem Vertrag von Fontainebleau für sein Exil ausgewählt und den 10.000 Untertanen dort, über die er regieren durfte, mehr Reformen gebracht als jemals ein Herrscher zuvor, er hatte die Insel unter einer einzigen Fahne vereinigt. Heutzutage gehört Elba nicht mehr zu Frankreich sondern zu der Toskana und es gibt dort keine richtige Einheit mehr, sondern 7 einzelne Provinzen.

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