Das Stipendium Stadtschreiberin

Stadtschreiberin ist ein viermonatiges Literaturstipendium, das auf der Basis eines Schreibwettbewerbs vergeben wird.

Vorbemerkung: In der folgenden Beschreibung werden verschiedene Personenbezeichnungen in der männlichen Wortform verwendet. Das ist so gewählt für eine bessere Lesbarkeit, die Begriffe gelten selbstverständlich für alle Personen (m/w/d). Der Name des Stipendiums lautet Stadtschreiberin.

Der Gewinner dieser Ausschreibung wird für die Zeit vom 1. August 2021 bis zum 30. November 2021 Stadtschreiber in Hamburg. Während der Zeit wird ihm eine inspirierende Unterkunft im Künstlerhaus Vorwerkstift zur Verfügung gestellt, mitten im quirligen Karolinenviertel. Das Stipendium beträgt 1.500 Euro monatlich. Enthalten ist außerdem ein HVV-Monatsticket, um sich frei in Hamburg bewegen und die Stadt erkunden zu können.

Schreiborte in verschiedenen Stadtteilen bieten kreative Plätze, an denen der Stadtschreiber sich mit der Stadt und ihren Bewohnern austauschen kann. Die Schreiborte sind öffentlich und für jeden frei zugänglich. Sie bieten einem interessierten Publikum die Möglichkeit, neue Literaturprojekte wachsen zu sehen.

Stadtschreiberin verfolgt ein besonderes Konzept: In Zusammenarbeit mit 14 Hamburger Verlagen wird eine Schriftstellerin, ein Schriftsteller gesucht, die beziehungsweise der vier Monate in Hamburg zubringen und Zeit zum Schreiben haben möchte. Die Verlage wählen jeweils einige mögliche Kandidaten aus, die mit einer Kurzgeschichte und einem Motivationsschreiben am Wettbewerb teilnehmen. Die Einsendungen werden anonym eingereicht.

Eine unabhängige Jury wählt den Gewinnertext sowie zwei zweitplatzierte Texte aus, die mit jeweils 500 Euro dotiert sind.

Der Wettbewerb Stadtschreiberin geht ab dem 1. Januar 2021 online: dann werden Thema, Textumfang und Einsendeschluss bekanntgegeben.

Der eingesandte Text soll unveröffentlicht sein. Die Teilnahme setzt voraus, dass ein Aufenthalt in Hamburg vom 1. August bis zum 30. November 2021 möglich ist und dass die Bereitschaft, aus eigenen Texten zu lesen, gegeben ist. Die Schreiborte bieten die Möglichkeit, sich in verschiedenen Stadtteilen inspirieren zu lassen.

Am jeweiligen Schreibort finden ein bis zwei Lesungen statt, wobei der Stipendiat idealerweise aus seinem neu entstandenen Werk liest. Diese Lesungen können von einem weiteren Autor begleitet und eingeleitet werden.

Bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung stellen die drei Gewinner ihre Texte dem Publikum und der Presse vor. Während der Schlussveranstaltung in der Kunsthalle wird sich noch eine Möglichkeit bieten, den Sponsoren, Förderern und Unterstützern zu danken.

Das Budget, das für Organisation und Durchführung des Stipendiums veranschlagt wird, beläuft sich auf 35.000 Euro. Gesucht werden Förderer für dieses Literaturprojekt. Der Fokus der Stadtschreiberin liegt dabei nicht nur auf Literatur. Es handelt sich insgesamt um einen Austausch, um die Erfahrung, wie Kunst Menschen verbinden kann. Eine Autorin, ein Autor begegnen einer Stadt – die Stadt und ihre Menschen begegnen der Literatur.

Katelijne Gillis

Antwerpen ist eine tolle Stadt. Dort wurde ich geboren, dort habe ich Sprachen studiert, bin Diplomübersetzer Niederländisch-Deutsch-Spanisch geworden. Englisch und Französisch sind für Belgier selbstverständlich.

Antwerpen ist offen, riecht gut, nach Kaffee, Schokolade, und ein bisschen nach Seeluft.  Es ist eine Stadt voller alter und neuer Kunst, voller Mode und Versprechen.

Nach dem Studium habe ich angefangen in Deutschland zu arbeiten, und oft habe ich den Job gewechselt, da mein Freiheitsdrang nicht mit engen Büroräumen kompatibel ist.

Jetzt wohne ich mit meiner Familie in Aachen und arbeite für Baufritz, eine Firma, die ökologische Holzhäuser herstellt. Da beim Häuserbauen nicht immer viel Prosa oder Lyrik gefragt ist, schreibe ich nebenbei, ich notiere, was ich sehe und höre. Ich erzähle Geschichten.

Es geht um Musik, um einen Rhythmus, ein bestimmtes Licht, das sich mit dem Wetter ändert. Wenn die Sachen beschrieben werden, werden sie beeinflusst. Wenn das Geschehen auf der Bühne angeschaut wird, ändert es sich. Beobachtungen und Gedanken schaffen die Welt.

Jedes Wort du, jedes Wort ich.

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