Die Stadtschreiberin

Sie fühlt die Stadt, sie riecht die Stadt, sie will sie kennenlernen. Wie hört sie sich an, was erzählt sie? Welche Kleider trägt sie, aus welchen Stoffen? Wie ernährt die Stadt sich, welche Künstler tragen dazu bei, dass sie ist, wie sie ist, welche Fachkräfte und Leiter?

Es gibt eine Art, die Stadt zu sehen mit Augen, die neugeboren sind. Ohne Erwartungen, ohne direkte Ziele, die Stadt offenbart sich und wirkt. Die  Stadtschreiberin nimmt die Stadt auf, die Straßen und Plätze, die Menschen, die freien Flächen, das Wasser, die Gebäude. Die Geräusche und die Stille. Die Gedanken.

Die Stadtschreiberin zeigt der Stadt ein Spiegelbild, so dass sie sehen kann, wie sie aussieht. Sie kann feststellen, ob sie zuviel geschminckt ist oder zu wenig, ob sie sich richtig angezogen hat, ob sie wache Augen hat, oder vielleicht verschlafen aussieht. Ob sie sich so zeigen will?

Sie gibt der Stadt den Mut, sich zu zeigen, wie sie ist.

Sie zeigt der Stadt, wie schön sie ist.

Katelijne Gillis

In Antwerpen wurde ich geboren, habe aber einen großen Teil der Kindheit auf dem Land verbracht, da meine Eltern den Drang hatten, aus der Stadt wegzuziehen. 

Meine Kindheit ist von Weite geprägt, von Streifzügen durch Wälder, Felder, Wiesen, von Natur, Draußensein und Intuition. Ich kenne das Wetter, ich kenne die Pflanzen, die Tiere. Ich fühle mich bei mir zuhause.

Nach der Schule bin ich für mein Studium wieder nach Antwerpen gezogen. Dort habe ich Sprachen studiert, bin Diplomübersetzer Niederländisch-Deutsch-Spanisch geworden. Englisch und Französisch beherrsche ich als Belgierin selbstverständlich auch. In Antwerpen fühle ich mich sehr zuhause, da dort meine Wurzeln liegen und die Stadt offen ist, gut riecht, nach Kaffee und Schokolade, voller Kunst, Mode und Versprechen ist. 

Nach dem Studium habe ich angefangen in Deutschland zu arbeiten, und oft habe ich den Job gewechselt, da mein Freiheitsdrang nicht mit engen Büroräumen kompatibel ist.

Ich wohne mit meiner Familie jetzt in Aachen und arbeite für eine Firma, die ökologische Holzhäuser herstellt. Zusätzlich freue ich mich über die neue Herausforderung, die das Projekt der Stadtschreiberin mit sich bringt. Hier ist Platz für Kreativität, Spontanität und Menschlichkeit, genau, was ich liebe.

Hamburg ist eine Stadt die mich anspricht, sie ist stolz, großartig und ein bisschen spießig, ich freue mich sehr, sie kennenzulernen

Blog

Altona und Feldstraße

Die S-Bahn zurück fährt durch Harburg, Harburg Rathaus. Wilhemsburg, Veddel, Hammerbrook. Ich laufe über die Vennbahn und sehe eine Gruppe Männer, komplett eingepackt, auf Profirädern. Sie stehen zusammen und überlegen sich, in welche Richtung es weitergeht. Ich würde sagen, es gibt nur 2 Richtungen, weiterfahren oder umkehren, aber ich finde, das sollten sie selber herausfinden. …

Los geht’s

Der Aachener Regen ist laut und schräg, ihm fehlt die Eleganz des Hamburger Regens. Er jagt wild über die Landschaft und fällt dann einfach so runter, weil die Wolken bei der Eifel nicht weiterkommen, er denkt sich gar nichts dabei. Die Tropfen werden vom Wind getragen, sie reisen über Belgien, über die Niederlande, kommen in …

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